WORUM GEHT ES? -
WORUM GEHT ES?

Ein Hochhaus wird zur Bühne!
 
Am 06. September 2013 werden die Bewohner_innen eines Hochhauses von ihren Balkonen aus den Rosenhof Chemnitz in ein anderes Licht tauchen. Beginn ist 19.42 Uhr zum Sonnenuntergang.
Das erste „Balkonballett“ möchte den öffentlichen Raum poetisieren! Mit Theater und Tanz, mit viel Wolle und hausgemachter Musik, mit Geschichten von 40 Fischstäbchen und viel viel Stille. Mit Fallschirmen, Oasen und dem, was entsteht, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

 
Stadt als Bühne.
Viele mehrstöckige Plattenbauten prägen die Chemnitzer Innenstadt. Funktionell und saniert – werden sie oft übersehen. So wie die Stadt selbst: industriell, saniert, pragmatisch.
Im Zentrum von Chemnitz befindet sich die idyllische Fußgängerzone Rosenhof, die mit einem Mitte der 1960er Jahre erbauten Punktwohnhochhaus endet. Über 15 Etagen hinweg liegen mehr als 60 Balkone in direkter Nachbarschaft.
Im ersten „Balkonballett“ werden diese Balkone zu kleine Bühnen, die von ihren Bewohner_innen bespielt werden. Die nicht-professionellen Darsteller_innen erzählen von ‚Spuk‘ im Hochhaus, Geschichten vom zu Hause-Sein und vom Wohnen in der Höhe, von Weite und dem Leben auf 26qm. 176 Mieter_innen in einem Haus.
Die Architektur der Großplatte dient uns nicht als Kulisse der ewigen Tristesse sondern ist Grundlage und Mittelpunkt einer differenzierten Erzählung. Die Balkone sind dabei verbindendes Element: halbprivater aber auch halböffentlicher Raum. Als Verlängerung des ‚Innen‘ treffen sie, von außen einsehbar, auf den städtischen Raum.
Das „Balkonballett“ möchte den Blick auf die funktionelle, oftmals verpönte Plattenbebauung richten und dann das Bild neu codieren: Wir wollen zeigen, dass auch eine solche Stadt Spaß macht!
 
Haus als Bühne.
Im Hochhaus Rosenhof wohnen Menschen unterschiedlicher Herkunft, jeden Alters, in verschiedensten Lebensphasen. Seit März 2013 haben wir – die Bewohner_innen und das Team des „Balkonballetts“ – uns auf vielfältigen Wegen dem Thema Wohnen im Hochhaus genähert: in Interviews, Bewegungs- und Schreibwerkstätten, durch sinnliche Erkundungen der Wohnumwelt, in Band- und Chorproben und bei gemeinsamen Hausfesten. Das Projekt fragt nach den Bedingungen des Miteinanderlebens – und schafft sie zugleich.
Aus dem Recherchematerial entsteht das Theaterstück „Balkonballett“: Fernsichttaugliche Hochhauschoreographien wechseln sich ab mit Erinnerungen an vergangenes Wohnen, ‚städtische Oasen‘ treffen auf zeitgenössischen Tanz, der Bürgerinnen-Chor nimmt es mit dem Absurden auf, Fallschirme erheben sich zu hausgemachter Musik und wollene Schals winden sich zu den Geschichten, die entstehen, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
 
Am 06. September 2013 um 19.42 Uhr wird das Publikum im Rosenhof einmalig einen Performance-Abend erleben, der Genregrenzen zwischen Sprechtheater, Tanz & Installation, Film & Volkstheater lustvoll aufheben möchte.
 
Alle sind herzlich eingeladen, das einmalige „Balkonballett“ mitzuerleben. Der Eintritt ist frei.